Für das F-Muster schreiben

An der Webstock Web Conference 2006 hielt Rachel McAlpine eine Präsentation mit dem Titel From plain language to F-language: we’re ready for rules. Darin greift sie die Erkenntnisse aus Jakob Nielsens Alertbox F-Shaped Pattern For Reading Web Content vom 17. April 2006 auf und stellte Regeln für das Schreiben von Web Content vor.

Im Beitrag Oben und links wird gelesen habe ich auf Onlinekommunikation.ch über das F-Muster geschrieben.

Rachel McAlpine spricht von F-headlines, F-summaries und F-links.

F-Überschriften

  • Überschriften dürfen lang sein: 4—10 Wörter
  • Überschriften sollten spezifisch und einzigartig sein, so dass eine Überschriftt nie zweimal vorkommen kann.
  • Die Wörter mit der meisten Information sollten vorne stehen. Die ersten drei Wörter sind wichtig (Rachel nennt dies front-loaded).
  • Überschriften sollten multifunktional sein. Denn sie dienen auch als Link auf der Startseite zum Artikel, als Seitentitel oder als Headline in einem RSS-Feed.
  • Überschriften nach diesen Regeln sparen Geld. Denn Klicks auf einen falschen Artikel wegen einer schlechten Überschrift sind teuer.

F-Zusammenfassungen

  • Der erste Absatz sollte eine Zusammenfassung des ganzen Artikels sein.
  • Rachel spricht von den ersten 16 Wörtern.
  • Auch diese Zusammenfassungen sind wiederverwendbar — zum Beispiel als Teaser oder auch in einem RSS-Feed.

F-Links

  • Links sollten vorne im Satz stehen.
  • In den Links selber sollten auch die ersten drei Wörter die meisten Informationen enthalten.

Rachel macht weiter deutlich, dass mittezentrierte Überschriften und Text in Tabellen wegen des F-Musters beim Lesen schlecht seien.

Zusammen mit den Hinweisen zu einfacher Sprache (plain language) kommt Rachel schliesslich auf die vier Regeln für Web-Content-Schreiber:

Folie von Rachel McAlpine. From plain language to F-language: we’re ready for rules

Die Präsentation gibt es als Video oder Audio zum Herunterladen. Vieles, was ich darin gehört habe, ist mir in Erinnerung geblieben und hat mein Verständnis für das Schreiben für das F-Muster geschärft.

Weg zum Unternehmens-Blog über Glatteis

Peter Hogenkamp schreibt im «Netzguide Business Communication 2006» einen Beitrag über Weblogs für Unternehmen, den er vorab in seinem Weblog veröffentlichte.

«Weblogs — braucht mein Unternehmen auch eines?» umreist knapp die Möglichkeiten für Unternehmen mit Weblogs. Klar wird, dass es jetzt der Zeitpunkt ist, sich über das Thema Gedanken zu machen. Und Peter Hogenkamp macht Mut und zeigt Wege, wie sich Business-Leute den Blogs annähern können.

Etwas dünn fällt die Beschreibung der Einsatzmöglichkeiten aus.

  1. «Pressemitteilungen mit einem RSS-Feed versehen», das ist für Peter bereits ein «reiner PR-Blog». Ich meine, hier (und später noch einmal) wird RSS zu eng auf Blogs bezogen. Und umgekehrt, könnte man meinen, RSS allein mache ein Blog. Dass es für ein Weblog mehr braucht, zeigt ein aktueller Beitrag von Jürg Stuker im namics Weblog auf.
  2. «Ein CEO-Blog?», fragt Peter. Hier, finde ich, dürfte in einem Satz den Lesern kurz beschrieben werden, wie sie sich ein solches etwa vorstellen könnten. Mit Verweis auf ein Beispiel.
  3. Auch die Idee von «Know-how-Blogs» bleibt unkonkret. Warum nicht auch hier ein Beispiel?

Und dann fehlt für mich, wie auch Jürg Stuker in den Kommentaren findet, ein Hinweis auf die Art des Dialogs mit den Kunden und die Anforderungen an die Inhalte.

Noch einmal um RSS und Blogs geht es im Punkt zwei des «Vier-Stufen-Programms». Peter bemerkt: «Kein echtes Blog-Feeling ohne RSS-Push.» Es ist schon richtig, dass das Lesen von vielen Blogs in einem Feedreader angenehmer und schneller geht. Aber nicht nur das Lesen von Blogs. RSS und das Abonnieren von Feeds haben garde im Unternehmensumfeld auch für andere Informationsquellen immer grössere Bedeutung.

Ich könnte mir vorstellen, dass sich Business-Leute nach der Lektüre dieses Beitrags noch vorkommen wie auf Glatteis. Bis sie mit einem Unternehmens-Weblog starten können, benötigen sie noch Unterstützung. Zum Glück gibt es ja zahlreiche Ressourcen im Internet. Und Berater wie Peter können noch viele Vorschläge an ihre Kunden weitergeben, damit Unternehmen mit viel Erfolg bloggen.

Feed-Verschmutzung: Weg mit unnötigem Text

Die Zugänglichkeit von Inhalten wird oft durch Informatiosverschmutzung behindert, wie Jakob Nielsen feststellt. Gerade in kurzen RSS-Feeds nimmt unnötiges Blabla wertvollen Platz ein, der besser für Nachrichten genutzt würde.

Das Mac-Webmagazin metamac liefert täglich eine Zusammenfassung der News aus der Mac-Welt. Auch Abonnenten des RSS-Feeds sind selbstverständlich täglich informiert.

So lautet der Text eines «metamac täglich»-Beitrags im RSS-Reader:

metamac täglich, der vollständige Tagesrückblick der Mac-Szene — immer abends, Montag bis Freitag. Wichtig u.a. heute: Die Vorstellung des iTunes Europa-Chefs, mehr oder weniger interessante Hinweise auf das Release von Tiger und/oder iLife 05 sowie Analystenvorhersagen, die einen steigenden Apple-Marktanteil sehen.

Der Satz «metamac täglich, der vollständige Tagesrückblick der Mac-Szene — immer abends, Montag bis Freitag. Wichtig u.a. heute:» wird täglich wiederholt. Dieser Text scheint mir jedoch überflüssig, weil RSS-Feed-Leser wissen, was sie abonniert haben, also nicht täglich daran erinnert werden müssen. Leser sind besser bedient, wenn an Stelle solcher Sätze sofort mit den Nachrichten losgelegt wird.