Einfache Fragen ergeben einfache Texte

Ich erlebte manche Onlineredaktoren, die sich unwohl fühlten, als sie über technische Themen schreiben oder über ein IT-Projekt berichten sollten. Die vorgefasste Meinung war es offenbar, dass dies schwierige Themen seien und deshalb auch der Text mühsam werden würde.

Wie einfach der Text wird, bestimmen schon die Fragen, die wir zum Thema stellen. Ich gehe Herausforderungen mit komplexen Themen oder zumindest ungewissem Inhalt so an, dass ich mir einfache Fragen ausdenke, die ein Betrachter mit natürlicher Neugierde stellen würde. Die Erfahrung zeigt, dass auf einfache Fragen auch Fachleute meist einfache Antworten geben. So gebe ich mit den Fragen also den Blickwinkel auf das Thema, das Mass der Komplexität, schon vor.

Dabei ist es wie im alten Spruch aus der Schule: «Es gibt keine dummen Fragen.» Alle Fragen helfen zunächst ganz natürlich, eine Konversation in Gang zu bringen, in der sich die Gesprächspartner einander im Niveau annähern. Das klappt fast immer und kommt meist ganz angenehm heraus.

Einfache Fragen sind zum Beispiel (jeweils auf das konkrete Thema oder Produkt bezogen):

  • Wie sieht etwas aus?
  • Wer tut was damit?
  • Was ist das Besondere?
  • Was bedeutet es für Sie?

Als Würze dann noch ein paar beeindruckende Zahlen und als Sahnehäubchen einen kleinen Serviceteil mit dem Wo und dem Wann, und fertig ist der Text – jedenfalls eine gute Grundlage dazu erarbeitet.

Beim Schreiben hilft es schliesslich, sich von neuem in die Konversation hinein zu versetzen, damit so der einfache Ton der Antworten im Text erhalten bleibt.

Was und warum? Einleitungstext als Orientierungshilfe

Besucher möchten meist am liebsten gleich zur Sache. Wie früher festgestellt, orientieren sie sich nach der nächst möglichen Aktion auf einer Webseite: einen Link klicken oder ein Formular ausfüllen.

Als Erklärung, welche Links und welche Handlungen auf einer Seite zur Verfügung stehen, hilft ein Einleitungstext am Eingang der Seite. Im Oktober 2007 hat Jakob Nielsen festgestellt, dass Einleitungstexte oft viel zu lange sind und von Besuchern meist gar nicht beachtet werden («Blah-Blah Text: Keep, Cut, or Kill?»).

Wie soll also ein Eingangstext auf einer Webseite aussehen, damit Besucher wissen, was sie erwartet, und sie durch die Aktionen geleitet werden – wie in einem natürlichen Gespräch?

Jakob Nielsen wiederholt den alten Ratschlag, Texte für das Web um die Hälfte zu kürzen. Aus dem Bauch heraus auf Papier schreiben wir gerne viel Blah-Blah. Schneiden wir diesen Teil weg, bleiben als Einleitungstext meist ein oder zwei Sätze übrig. Das genügt um einfach zu sagen, worum es auf der Seite geht.

Intro text has a valid role in that it helps set the context for content and thus answer the question: What’s the page about?

Sagen Sie im Einleitungstext kurz und einfach, welche Inhalte auf der Seite sind, warum sie hier so gruppiert sind und was sie gemeinsam haben (Nielsen: «What? Why?»). Ein solcher Text hilft den Besuchern, sich auf der Seite besser zurechtzufinden. Selbst wenn der Text beim ersten Besuch übersprungen wird – vielleicht findet jemand bei einem zweiten Blick die Information hilfreich, um das Gefundene einzuordnen.

Vielleicht ist es nicht immer offensichtlich, was im Einleitungstext stehen soll, wenn ja der Inhalt schon alles klar macht. Im Gegensatz zu einer Zahlentabelle, einer Grafik oder einer Linkliste ist der Einleitungstext in natürlicher Sprache geschrieben. So wie Sie in einem Gespräch den Seiteninhalt in einem oder zwei Sätzen beschreiben würden, so können Sie es im Einleitungstext tun.

Konversationsstil: Natürlicher als klassische Businesskommunikation

Schon lange trage ich einen Eindruck in mir herum, den ich jetzt einmal hier niederschreiben will. Ich bereite mich vor auf mein Referat am Web 2.0-Forum 2007. Das gibt mir Gelegenheit, einige Gedanken zu ordnen und Ideen los zu werden.

Ich habe die Beobachtung gemacht, dass es Profis mit klassischer Kommunikations-Ausbildung oft am schwersten fällt, sich auf den Konversationsstil einzulassen. In vielen Jahren Berufspraxis hat sich in ihnen offenbar ein Schreiben festgesetzt, das oft weit weg von den Möglichkeiten der Onlinekommunikation ist.

Ich denke, es sind die folgenden Gründe, warum die klassische Businesskommunikation nicht unbedingt auf Konversation ausgerichtet ist:

  • Top down. Offizielle Bekanntmachungen von Führungsentscheidungen werden von oben nach unten kommuniziert. Inhalt sind Beschlüsse und nicht Gedankenaustausch.
  • Für Print. Lange waren Broschüren, Newsletter, Mitarbeiter- oder Kundenzeitschriften die allgegenwärtigen Medien. Das gedruckte Wort gilt – am Text kann nichts mehr geändert werden. Antworten werden kaum erwartet.
  • Verknappt. Mit dem immer grösseren Zeitdruck entstand in E-Mails eine immer knappere Sprache. Viele Auslassungen machen die Businesskommunikation effizienter, die Texte aber seelenlos und trocken.

Im Konversationsstil ist jedoch das natürliche Gespräch gefragt. Mit folgenden Tipps versuche ich jeweils, den Konversationsstil ein bisschen verständlicher zu machen.

  • Von Mensch zu Mensch. Erzählen Sie, was Sie gerade erleben. Beschreiben Sie die Situation, in der Sie schreiben, und Ihre Beweggründe dazu. Machen Sie persönliche Empfehlungen. Das alles machen Sie natürlicherweise auch in einem Gespräch mit Ihrer Nachbarin.
  • Für den Dialog. Erwarten Sie natürlicherweise Entgegnungen aus Ihrem Publikum. Erlauben Sie es sich, von den Antworten auf neue Ideen gebracht zu werden. Sie müssen nicht druckreif schreiben. In der Onlinekommunikation können Sie Ihre «unfertige» Sprache später ergänzen oder korrigieren – in einem Kommentar oder einem «Update» des Beitrags.
  • Vernetzt. Es macht nichts, wenn Sie dasselbe mehrmals kommunizieren. Verweisen Sie auf Erwähnungen desselben Themas – auch in anderen Quellen und von anderen Autoren. So vernetzen Sie Wissen und Menschen. Im natürlichen Gespräch tun wir das laufend.

In Blogs wird dieser Konversationsstil gepflegt. Deshalb sind Blogs auch oft noch eine grosse Herausforderung für viele Leute – wohl auch aus der Kommunikationsbranche.

Wie viel Hervorhebung mit Fettschreibung?

Diese Woche erlebe ich einmal mehr in der Praxis, wie die Lesbarkeit von Web-Texten durch klare Strukturierung und Hervorhebung mit Fettschreibung verbessert werden kann.

Manchen vorliegenden Texten fehlen eine klare Gliederung und beim Scannen (Überfliegen) des Textes bleibt das Auge kaum an einem packenden Wort hängen.

Um die Lesbarkeit der Onlinetexte zu verbessern, arbeite ich mit Überschriften, Absätzen und Hervorhebung durch Fettschreibung. Dabei habe ich mir überlegt, wie viel Fettschreibung denn gut sei. Im Web habe ich dazu Antworten gesucht.

  • Überschriften sind fett. Wichtigstes Element zur Gliederung eines Textes sind natürlich Überschriften. Sie geben dem Text Struktur und einen logischen Aufbau. Sie enthalten wichtige Wörter. Und sie sie geben visuelle Anhaltpunkte — typischerweise mit grösserer Schrift und fett.
  • Fett in Aufzählungslisten. Ein sehr wirkungsvoller Einsatz von Fettschreibung pflegt Amy Gahran. In Bulleted Lists: The Online Writer’s Friend schreibt sie über Aufzählungslisten und gibt den Tipp, jeden Listenpunkt mit einem Satz in Fettschreibung anzufangen. Diese Methode wende ich gerade in dieser Aufzählungsliste an.
  • Nur wenige, einzelne Wörter. Zahlreiche Quellen empfehlen einen zurückhaltenden Einsatz von Fettschreibung. Nicht ganze Sätze sondern nur wesentliche Wörter sollten nach Ursula Schulz‘ Kriterien für Content Usability hervorgehoben werden. In Kapitel 15.6 der Guidelines von Usability.gov wird davor gewart, dass zu viel Hervorhebung den Lesefluss bremsen würde. Bei Kerry Redshaw kann man im Artikel Scannability and Readability in Web Writing gar lesen, Fettschreibung wirke unprofessionell. Fettschreibung sollte für Überschriften reserviert sein. Und wenn es doch fett sein soll, dann nur die ersten paar Wörter eines Absatzes, rät Kerry.
  • Lesbarkeit oder Betonung? Die Autoren von Webcredible schreiben in Website content & usability: Bolden two to three words which describe the main point of the paragraph, and not words on which you’re placing emphasis. Dieser Ratschlag mag irritieren, wenn man pflegt, mit dem HTML-Tag <strong> Wörter mit starker Betonung hervorzuheben. Dies im Unterschied zu einer Hervorhebung mittels <b>, die keine Betonung markiert. Werden jedoch die wesentlichen Wörter in einem Absatz mit <strong> hervorgehoben, dann stimmt wohl meistens die Lesbarkeit und die Betonung.

Damit die Fettschreibung auch tatsächlich beim Lesen hilft, ist es vor allem wichtig, ein gleichmässiges Textbild zu schaffen. Zu viel Fettschreibung sorgt für Unruhe. Verschiedenartige Fettschreibung sorgt für Verwirrung.

In der Praxis will ich weiterhin darauf Acht geben, wenige, aber die wesentlichen Wörter mit Fettschrift hervorzuheben.

Für das F-Muster schreiben

An der Webstock Web Conference 2006 hielt Rachel McAlpine eine Präsentation mit dem Titel From plain language to F-language: we’re ready for rules. Darin greift sie die Erkenntnisse aus Jakob Nielsens Alertbox F-Shaped Pattern For Reading Web Content vom 17. April 2006 auf und stellte Regeln für das Schreiben von Web Content vor.

Im Beitrag Oben und links wird gelesen habe ich auf Onlinekommunikation.ch über das F-Muster geschrieben.

Rachel McAlpine spricht von F-headlines, F-summaries und F-links.

F-Überschriften

  • Überschriften dürfen lang sein: 4—10 Wörter
  • Überschriften sollten spezifisch und einzigartig sein, so dass eine Überschriftt nie zweimal vorkommen kann.
  • Die Wörter mit der meisten Information sollten vorne stehen. Die ersten drei Wörter sind wichtig (Rachel nennt dies front-loaded).
  • Überschriften sollten multifunktional sein. Denn sie dienen auch als Link auf der Startseite zum Artikel, als Seitentitel oder als Headline in einem RSS-Feed.
  • Überschriften nach diesen Regeln sparen Geld. Denn Klicks auf einen falschen Artikel wegen einer schlechten Überschrift sind teuer.

F-Zusammenfassungen

  • Der erste Absatz sollte eine Zusammenfassung des ganzen Artikels sein.
  • Rachel spricht von den ersten 16 Wörtern.
  • Auch diese Zusammenfassungen sind wiederverwendbar — zum Beispiel als Teaser oder auch in einem RSS-Feed.

F-Links

  • Links sollten vorne im Satz stehen.
  • In den Links selber sollten auch die ersten drei Wörter die meisten Informationen enthalten.

Rachel macht weiter deutlich, dass mittezentrierte Überschriften und Text in Tabellen wegen des F-Musters beim Lesen schlecht seien.

Zusammen mit den Hinweisen zu einfacher Sprache (plain language) kommt Rachel schliesslich auf die vier Regeln für Web-Content-Schreiber:

Folie von Rachel McAlpine. From plain language to F-language: we’re ready for rules

Die Präsentation gibt es als Video oder Audio zum Herunterladen. Vieles, was ich darin gehört habe, ist mir in Erinnerung geblieben und hat mein Verständnis für das Schreiben für das F-Muster geschärft.

Das Gespräch im Zentrum

In natürlichen, kurzen Gesprächen tauschen wir täglich mit Menschen Informationen aus. Eine Begrüssung — eine Frage — eine Antwort — ein Dank. Wie eine natürliche Konversation unter Menschen ist auch die Onlinekommunikation.

Stellen Sie sich eine Notiz an den Partner am Kühlschrank vor, die dort hängt aber gar nicht beachtet wird. Die Aufmerksamkeit des Partners wird sich nicht auf den Zettel richten, solange nicht in einem Gespräch darauf Bezug genommen wird. Denn der Zettel befindet sich ausserhalb einer natürlichen Konversation zwischen Menschen.

Beachtung finden in einem Gespräch die Inhalte, die in den Fluss der Konversation eingebunden sind. Vergessen gehen Randbemerkungen, die ohne Aufmerksamkeit geäussert wurden.

Im Web findet das Gespräch im Hauptinhaltsbereich einer Webseite statt. Im Optimalfall geht der Text in knapper, menschlicher Sprache auf die beabsichtigten Aktionen der Besucher ein. Klick für Klick folgen Antworten und Hinweise — je nach Lauf der Konversation.

Botschaften in einer Seitenspalte werden kaum wahrgenommen, wenn sie nicht direkt mit der nächsten Aktion des Besuchers im Zusammenhang stehen. Werbebotschaften in einem Teaser oder Zusatzinformationen überspringt das Auge des Betrachters höchstwahrscheinlich. Ja sogar für die Sitenavigation ist mancher Besucher blind, wie Henrik Olsen in Navigation blindness beschreibt. Untersuchungen zur Banner blindness legten nahe, dass auch die Navigation ignoriert würde.

In fact, they found that people tend to ignore any elements that are visually separated from everything else. Their findings suggest that separating navigation areas from the rest of a page may result in navigation blindness.

Im Web sollte deshalb ein Link oder eine Information nicht einfach irgendwo am Rand platziert werden. Die Hoffnung ist schwach, aller Text, der auf der Seite ist, würde dann schon gelesen. Noch eher liest der Partner den Zettel am Kühlschrank.

Dazu noch ein Beispiel: Auf der Seite der Stadtgärtnerei Zürich konnte ich im Inhaltsbereich nichts von den Öffnungszeiten der Schauhäuser lesen. Ich suchte auf mehreren Seiten und fand doch nichts. Das fühlte sich an, als stellte ich in einem Gespräche immer wieder dieselbe Frage, ohne eine Antwort zu bekommen. Geärgert habe ich mich dann als ich endlich sah, dass in der Spalte rechts die Öffnungszeiten angegeben sind.

Universelle Einfachheit

Diese Aussagen habe ich beim Lesen des Artikels More Alike Than We Think von «UX matters» unterstrichen (auf Papier, mit Bleistift, im Zug):

  • Jugendliche bevorzugen Websites, die leicht zu überfliegen sind und visuelle Anhaltspunkte haben, gegenüber Sites mit dichtem Text.
  • Ältere Menschen überspringen Text, wenn sie auf unbekannte Begriffe stossen, und übersehen somit oft wichtige Informationen.
  • Websites sollten ältere Menschen nicht mit unnötigen Informationen beladen, die sie davon abhalten, ihre Aufgaben auf einer Seite zu erledigen.
  • Menschen mit geringen Sprachkenntnissen ignorieren oft Informationen, die ausserhalb des Haupt-Inhaltbereichs liegen.
  • Alle Benutzergruppen bevorzugten Seiten, auf denen Informationen in kleinen Einheiten dargestellt waren, mit kurzen Absätzen, die jeder einen Gedanken ausdrückten.
  • Ein Link, der die Worte der Benutzer enthielt, also «Was kostet das?», funktionierte besser als «Kosten für das Studium».
  • Beliebt waren Seiten, die die Fragen der Benutzer klar und direkt beantworteten.
  • Niemand beklagte sich, die Seiten seien zu einfach zu lesen oder zu simpel geschrieben.
  • Benutzer waren eher bereit für weitere Informationen auf einen Link zu klicken, falls auf der Seite bereits Teile ihrer Frage beantwortet wurden.
  • Falls der Absatz vor einem Link nicht hilfreich war, war die Erwartung gering, der Link würde witerhelfen.
  • Eine universelle Sprache für verschiedene Benutzergruppen kann sehr gut funktionieren.
  • Information, die für alle Besucher hilfreich und leicht benutzbar ist.

Sehr empfehlenswerte Lektüre, finde ich.

Fingerzeig mittels Sprache

Hat Sie auch schon einmal jemand nach dem Weg gefragt? Haben Sie darauf auch mit den Händen geantwortet? «Dort, wo Sie das gelbe Haus sehen, nach 100 Metern rechts.»

Auf der Stadtführung zeigt die Tourleiterin auf einen Kirchenturm und sagt: «Die Inschrift sehen Sie gleich unter dem gotischen Fenster links.»

Auch in geschriebenen Texten macht die Sprache deutlich, was zu sehen ist. Die Beschreibung von visuellen Hinweisen macht Texte verständlicher. Die Aufmerksamkeit der Leser lässt sich steuern. Bildhafte Beschreibungen helfen, sich zurechtzufinden.

Leicht lesbare Texte schreiben

Via einen Kommentar von Robert Stark im Usability Weblog habe ich ein grossartiges Arbeitsmittel gefunden:

Leicht lesbar?

In ein Formular geben Sie Ihren Text ein und klicken auf «testen». Das Resultat ist eine Bewertung der Lesbarkeit nach der Flesch-Formel. Berücksichtigt werden die durchschnittliche Wortlänge in Silben und die durchschnittliche Satzlänge in Wörtern. Daraus ergibt sich einen Wert für die Leseleichtigkeit. Sie ist abgestuft nach der Bildung, die ein Lesender haben muss, um den Text gut zu verstehen.

Der obenstehende Absatz hat zum Beispiel einen Flesch-Wert von 52, was gemäss Auswertung dem Bildungsstand eines Neuntklässlers entspricht.

Neben dieser statistischen Analyse der Lesbarkeit gibt es noch andere Kriterien. Der Betreiber von leichtlesbar.ch, das Pressebüro Christian Bachmann, weist auch darauf hin auf der Seite zur Frage Mein Text liegt bei 11, und ich möchte ihn auf mindestens 50 bringen. Wie mache ich das?. Zudem, scheint mir, müssen auch die unterschiedlichen Anforderungen je nach Medium beachtet werden.

Dass ich nun dank dieser Website immer einen Wert für meine Texte vorgerechnet bekomme, ist ein Ansporn für die Arbeit.

Vor dem Workshop Onlinetexten

textgoeshere ist das Blog, in dem Dave Nolan seine Dienste als Schreibtrainer und Web-Editor und -Designer anpreist. Darauf finden sich montalich Artikel zum Schreiben im Web.

Zum Beispiel:

Ins Auge gestochen ist mir auch:

Nolan gibt einige Notizen zu einer Präsentation wieder.

Das passt zu meinem Workshop Onlinetexten (Wiki), den ich morgen halte.

Vor dem Workshop Onlinetexten habe ich auch diverse Bookmarks zu verwandten Themen in meine Sammlung bei del.icio.us aufgenommen.

Wissen und Handeln

Too much content is created within organizations without a clear sense of its purpose. Web content has two primary objectives. The first is to communicate knowledge to the reader. The second is to make the reader more likely to act based on this knowledge.

Wieder einmal ein Artikel von Gerry McGovern zum Aufheben.

«Kirchenbote» testet Kirchen-Websites

Der Zürcher «Kirchenbote» hat die Websites von evangelisch-reformierten Kirchgemeinden unter die Lupe genommen und Die zehn besten Zürcher Kirchgemeinden-Websites erkoren.

Beurteilt wurde nach den Kriterien Information/Übersicht, Layout/Design und Kommunikation. Für die Bewertung war die deutsche Online-Redaktorin Katrin Jurzig verantwortlich. In Ihrer Gesamtbeurteilung streicht sie die Bedeutung des Contents heraus:

Häufig werde auch in ein gutes Layout investiert, doch die regelmässige Pflege der Seiten lasse zu wünschen übrig, bemängelt die Online-Redaktorin. Ein Internet-Auftritt zeichne sich durch Aktualität aus. Alte Termine sollten daher unbedingt entfernt werden. Auch müsse auf die Art der Texte geachtet werden: Knapp und präzis formuliert und in einer angenehmen Schriftgrösse mit genügend Abständen dargestellt.

Kein Thema im Test war, wie es scheint, die Barrierefreiheit.Der Artikel Die Kunst der Domestizierung wirft ein Licht auf das Umfeld, in welchem kirchliche Websites entstehen und gepflegt werden: Geringe finanzielle Mittel und knappes Personal. Meist sind es Teilzeitmitarbeitende oder Freiwillige, die die Inhalte pflegen. Deshalb empfehle der Internet-Verantwortliche der Kantonalkirche den Kirchgemeinden ein Content-Management-System, heisst es.

Was es aber trotz CMS immer noch braucht: Schreib-Training für Texte im Web.

Wie wichtig gute Seiten-Titel sind …

… wird offensichtlich, wenn man mit del.icio.us oder anderen Bookmark-Werkzeugen arbeitet.

Es ist eine Anforderung an benutzungsfreundliche Webgestaltung: aussagekräftige Beschreibungen im Seitentitel. Nutzer sind dafür dankbar, wenn sie

  • eine Seite in einem verdeckten Tab oder in der Windows Taskleiste schnell wiederfinden wollen
  • eine Seite aus den Favoriten aufrufen oder die Favoriten neu organisieren
  • eine Seite in einem Bookmarkmanager wie del.icio.us ablegen
  • eine Seite per E-Mail Freunden schicken
  • einen Seitentitel in den Resultaten einer Suchmaschinen angezeigt bekommen.

In allen Fällen kommt dem Text des HTML-Elements <title> eine besondere Bedeutung zu. Er hilft dem schnellen Identifizieren einer einzelnen Webseite.

Hindernis Seitentitel

Das folgende Beispiel zeigt, wie die Benutzung von del.icio.us behindert wird, wenn der Seitentitel nicht aussagekräftig ist:

Link bei delicious posten

Wenn ich Seiten bei del.icio.us (mittels Bookmarklet) ablege, kommt es oft vor, dass ich den automatisch eingefügen Seitentitel im Feld «description» abändern muss.

Artikeltitel einfügen

Ich muss auf der Artikelseite den Titel des Artikels markieren und kopieren, damit ich ihn dann ins «description»-Feld einfügen kann. Nur so habe ich ein Bookmark mit einem beschreibenden Titel.

Dieser Umweg würde mir erspart, wenn im Seitentitel der Titel des Artikels stehen würde. Im Beispiel steht im Seitentitel nur «tagesanzeiger.ch | Digital | Internet». Der Titel des Artikels MP3-Radioshows erobern das Netz fehlt.

Klassisches schlechtes Beispiel sind natürlich die abertausend Seiten mit dem Titel Welcome to Adobe GoLive 4. Hier haben die Webmaster gar nichts getan für die Benutzungsfreundlichkeit, sondern einfach stehengelassen, was das Webprogramm vorgab.

Was ist ein benutzungsfreundlicher Seitentitel?

Auf den Inhalt und auf die Reihenfolge kommt es an.

Das Muster, wie ich Seitentitel schreibe, habe ich irgendwo mal so gelesen (ich weiss leider nicht mehr wo):

Titel/Beschreibung des Seiteninhalts + Kategorie + Sitename (oder Firma)

Der Seitentitel sollte 100 Zeichen nicht überschreiten. Das reicht meistens für eine aussagekräftige Beschreibung. Unter Umständen müssen die einzelnen Teile gekürzt werden; jedoch sollten sie nicht fehlen. Zusätzliche Überlegungen zum Seitentitel lassen sich aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung anstellen.

Siehe auch:

Two Kinds of Titles for Web Pages (In-Context and Out-of-Context)

Feed-Verschmutzung: Weg mit unnötigem Text

Die Zugänglichkeit von Inhalten wird oft durch Informatiosverschmutzung behindert, wie Jakob Nielsen feststellt. Gerade in kurzen RSS-Feeds nimmt unnötiges Blabla wertvollen Platz ein, der besser für Nachrichten genutzt würde.

Das Mac-Webmagazin metamac liefert täglich eine Zusammenfassung der News aus der Mac-Welt. Auch Abonnenten des RSS-Feeds sind selbstverständlich täglich informiert.

So lautet der Text eines «metamac täglich»-Beitrags im RSS-Reader:

metamac täglich, der vollständige Tagesrückblick der Mac-Szene — immer abends, Montag bis Freitag. Wichtig u.a. heute: Die Vorstellung des iTunes Europa-Chefs, mehr oder weniger interessante Hinweise auf das Release von Tiger und/oder iLife 05 sowie Analystenvorhersagen, die einen steigenden Apple-Marktanteil sehen.

Der Satz «metamac täglich, der vollständige Tagesrückblick der Mac-Szene — immer abends, Montag bis Freitag. Wichtig u.a. heute:» wird täglich wiederholt. Dieser Text scheint mir jedoch überflüssig, weil RSS-Feed-Leser wissen, was sie abonniert haben, also nicht täglich daran erinnert werden müssen. Leser sind besser bedient, wenn an Stelle solcher Sätze sofort mit den Nachrichten losgelegt wird.

Optimieren für die Leser

Web-Inhalte sollten die Fragen der Besucherinnen und Besucher beantworten und nicht primär für Spitzenpositionen in Suchmaschinen optimiert sein. Das war meine Aussage in einem Gespräch über bessere Platzierung in Suchmaschinen.

Auf die Frage, wie die Position in den Google-Resultaten verbessert werden könne, schlug ich regelmässige Aktualisierungen mit informationsreichen Texten vor. Ich war der Meinung, damit einen doppelten Gewinn zu erzielen: Einerseits geben Suchmaschinen informationsreichen Inhalten eine gute Bewertung. Andererseits – und das ist von wirklichem Nutzen – finden Besucherinnen und Besucher Antworten auf ihre Fragen.

Das Suchmaschinen-Tutorial von Klaus Schallhorn erklärt auf der Seite «Texterstellung und Schreibweise» die Bedeutung von präziser, aussagekräftiger und verständlicher Sprache. Sie hilft Suchmaschinen und Leserinnen und Lesern.

Vor allen Optimierungstricks steht inhaltliche Substanz. Diese zu erreichen, erfordert harte Textarbeit.

Die sechs Regeln des Schreibens im Web

Die Chefin zum Mitarbeiter: «Schreiben Sie einen Text über unseren Geschäftsanlass für die Website.»

In diese Situation hinein schreibt die Textrainerin Merry Bruns ihren Artikel «The Six Rules of Web Writing». Sie liefert eine handliche 6-Punkte-Zusammenfassung dessen, was schon viele Male als Anleitung zu gutem Schreiben im Web publiziert wurde. Dabei bleibt der Text beim praktischen Beispiel.

Via Writing for the Web.