Selber schreiben geht einfacher

Es geht leichter, einen guten Text von Anfang an selber zu schreiben, als eine schlechte Vorlage zu überarbeiten.

Für diesen Schluss will ich folgende Gründe nennen:

Als geübter Schreiber habe ich meine ganz eigene Art, wie ich an einen Text herangehe. Noch bevor ich schreibe, beginnt der Text zu entstehen. Ich richte mich schon von Beginn weg nach den Anforderungen:

  • Zielgruppe
  • Länge
  • Wichtigkeit
  • Medium
  • Ton

Bekomme ich einen vorformulierten Text, kann ich meine Überlegungen nicht mehr anstellen, weil der Text schon in eine feste Form gebracht wurde.

Beim Überarbeiten, wenn ich gemachte Sätze anrühren will, plagen mich immer Fragen.

  • Hat der Autor dies mit Absicht so ausgedrückt?
  • Ist es ihm wichtig, diese Wörter zu benutzen?
  • Muss dieser Ton beibehalten werden?
  • Geht ein wesentlicher Gedanke verloren, wenn ich das umformuliere?
  • Verletze ich den Autoren, wenn ich seine Stimme abändere?

Dagegen erheben sich meine fachlich begründeten Einwände.

  • So verstehen das die Leser nicht.
  • Das hier ist eine Wiederholung. Streichen!
  • Dieser Absatz sollte aufgeteilt werden.
  • Dieser Gedanke wird nicht abgeschlossen.

Es stellt sich dann die Frage ob ich mit viel Aufwand stark eingreife, oder mit wenig Aufwand nur kleine Änderungen vornehme. Das Resultate wäre leichter zu erreichen gewesen, hätte ich von Anfang an alles selber gemacht.

Es lohnt sich in jedem Fall, gute Schreiber die Arbeit machen zu lassen. Denn schlechte Texte kosten am Ende mehrfach.

Oben und links wird gelesen

Webseiten-Besucher bewegen ihre Augen in zwei horizontalen Linien von links nach rechts und in der Vertikalen am linken Bildrand von oben nach unten.

Das sind die Haupterkenntnisse aus Jakob Nielsens Forschungen mit der Eyetracking-Methode. Veröffentlicht hat er sie in seiner Alertbox F-Shaped Pattern For Reading Web Content vom 17. April 2006.

Nach Nielsen ist es die Form des Buchstabens «F», in welcher Besucher auf der Seite Informationen suchen.

Für das Schreiben von Webtexten bedeutet dies:

  • Besucher lesen Texte nicht wort-für-wort. Die alte Aussage, dass Benutzer Webseiten scannen wurde bestätigt.
  • Die ersten zwei Absätze müssen die wichtigsten Informationen enthalten.
  • Am Zeilenanfang sollten Wörter stehen, die Information tragen. Schon das dritte Wort auf einer Zeile wird weniger häufig gelesen als die ersten zwei.

Eine grafische Darstellung des F-Musters findet sich bei textgoeshere.org.uk.

Robert Stark hat die neusten Nielsen-Ergebnisse früheren Erkentnissen des Poynter Instituts gegenübergestellt. Er weist auf die Gemeinsamkeiten der beiden Untersuchungen hin.