Web-User sind lesefaul

Seit diesem Sommer ist Millionen von Windows-Usern die Löchrigkeit ihres Systems vor Augen geführt worden.

Wer den Blaster.Worm eingefangen hatte, meldete sich bei einer Servicehotline oder suchte auf der Site von Microsoft nach Rat.

Der Software-Riese hatte reagiert und eine 3-Punkte-Anleitung «Schützen Sie Ihren PC» ins Netz gestellt.

Nehmen wir als Beispiel Schritt 2 auf microsoft.com/switzerland. Die Webseite erklärt, wie XP-Benutzer ein Windows-Update durchführen können.

Einen Blaster-Betroffenen leitete ich auf die Seite, mit dem Hinweis, dass er hier nachlesen könne, wie er sein System auf dem aktuellsten Stand halten kann. Der Mann verweigerte und wollte die Informationen von mir hören. Ich sagte, «lesen Sie diese Seite. Es steht alles da.» Es nützte nichts. Er wollte nicht lesen.Woran liegt das? – Die Gestaltung des Textes erschwert die Lesbarkeit.

  • Der Text ist schlecht scannbar.
  • Ein unruhiges Textlayout erschwert die Orientierung
  • Die Schriftgrösse ist auf 11 Pixel fixiert, daher im Internet Explorer nicht veränderbar (skalierbar).

Am augenfälligsten ist die zu kleine Schriftgrösse von 11 Pixeln. Das Schriftbild entspricht dem, was man einmal «Bleiwüste» nannte. 11 Pixel ist zu klein. Diese Meinung vertritt auch der Autor von stichpunkt.de.

Erstens also zu klein. Empfohlen wird mindestens 10 Punkt (pt) (Nielsen, Usability News).

Und zweitens nicht skalierbar. Schriftgrösse deshalb in den relativen Einheiten em, % oder den Werten xx-small bis xx-large oder smaller/larger angeben (W3C).

Es kommt noch schlimmer: Auf dem neuen Security-Portal fixiert Microsoft die Schrift auf 10 Pixel. Wer will das lesen?